Foto: Freeimages.com/ Boris Müller Rowold

Ratsbeschluss: Hagen tritt dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ bei

Der Antrag von Barbara Hanning (gemeinsam mit den Fraktionen „Die Linke“ und „Bürger für Hohenlimburt/ Piraten Hagen“ ) wurde im Rat der Stadt Hagen einstimmig angenommen.

In der Ratssitzung am 15.11.2018 brachte Barbara Hanning, die Vertreterin der Grünen Linken Hagen erfolgreich den folgenden Antrag zur Biodiversität ein: „Der Rat der Stadt Hagen beschließt die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ zu unterzeichnen und dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ beizutreten.“ Hier der Wortlaut der Rede zum Antrag von Barbara Hanning:

„Sehr geehrte Damen und Herren,  ich danke den Fraktionen Die Linke und Bürger für Hohenlimburg/Piraten für die gemeinsame Einbringung dieses Antrags und hoffe natürlich auf Ihre breite Unterstützung. Der vergangene Sommer hat gezeigt wie wichtig es ist, die Stadt klimatisch besser zu rüsten. Der Versiegelung der Flächen, wenig schattenspendenden Bäumen und Gebäuden, die als Hitzespeicher die Innenstadt aufheizen, müssen wir planerisch begegnen. Gleichzeitig sind wir in allen Medien  über das Artensterben der Insekten informiert worden, man konnte der Informationsflut ja gar nicht entkommen. Jetzt ist es Herbst und die Auswirkungen der langen Hitzeperiode und des fehlenden Regens zeigt sich in leeren Talsperren. Was können wir tun, was ist unsere Aufgabe als Kommunalpolitiker? Zunächst einmal mit gutem Beispiel vorangehen: Seit Jahren diskutieren wir darüber, wie städtische Gebäude begrünt und ökologischer gestaltet werden sollten, passiert ist nichts. Seit Jahren gibt es immer mal wieder Ansätze, wie die städtischen Flächen bewirtschaftet werden sollten, wie sollen Verkehrsinseln gestaltet werden, welche Bäume sollen Wo gepflanzt werden, wie kann die Biodiversität in der Stadt erhöht werden. Den Diskussionen folgte nichts, jedenfalls nichts Konkretes. Die Zeit der Prüfaufträge, der Appelle, die Zeit der Diskussionen ohne Folgen sollte nun beendet werden.

WBH, und dahin geht auch mein Dank heute, hat Versuchsflächen angelegt, die in unterschiedlicher Art und Weise nachhaltig bepflanzt und bewirtschaftet werden. Ziel ist auch, herauszufinden, welche Pflanzen und Insekten in welcher Umgebung angesiedelt werden können, welchen Pflegeaufwand braucht eine
nachhaltige Ansiedlung und wie teuer ist diese Form der Bewirtschaftung. All das klappt im Verbund mit anderen Kommunen schneller und auch nachhaltiger. Die Kommbio hat sich auch aus dem Bewusstsein heraus gegründet, dass die wirklichen Veränderungen vor Ort durchgeführt werden müssen und nur nachhaltig sein können, wenn sich die Kommunen verpflichten, Artenvielfalt in jeglicher Hinsicht zu fördern. Flächenversiegelung durch Monokulturen, die Einbringung von Giften jeglicher Art in die Böden und die exorbitante Nitratbelastung des Trinkwassers – all das geht auf das Konto der Landwirtschaft. Dem können die Städte etwas entgegen setzen: durch interkommunalen Biotopverbund, durch die naturnahe Gestaltung der städtischen Flächen, durch gezielte Maßnahmen der Stadtplanung.

Wir sollten Kleingartenanlagen nicht länger als Horte der Spießigkeit betrachten, sondern sie vor Zugriffen der Stadtplanung schützen und als wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt in unserer Stadt anerkennen. Wie kleine Gärten naturnah gestaltet werden können, machen uns die vielen Kleingärtner in ihren Anlagen vor. Diese Gärten können als Schaugärten, als gute Beispiele dienen. Sie zeigen, welche positiven Auswirkungen der einzelne Garten hat – aber auch, welche positiven Effekte die Gartenanlagen insgesamt auf das städtische Klima haben können. Schottergärten zu verbieten ist sicherlich im Ansatz ganz gut gedacht, allerdings können ja nur Neubauten mit einem solchen Verbot belegt werden. Das ist kein wirklicher Sprung in die richtige Richtung. Viel wichtiger ist es doch, dass wir als Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und vormachen, wie Flächen nachhaltig umgewandelt werden können. Statt Verbote zu verhängen könnten Sie, Herr Oberbürgermeister aus Ihrem
Etat einen Preis ausloben, mit dem naturnahe Privatgärten jährlich prämiert werden. Die Kommbio unterstützt uns durch unseren Beitritt mit dem dort vorhandenen
Wissen und bereits gemachten Erfahrungen dabei, nachhaltiger zu planen und zu gestalten. Unsere Mitgliedschaft ist der erste wichtige Schritt in die richtige
Richtung. Lassen Sie uns heute beginnen!“

Weiterhin erklärte Barbara Hanning, dass sich Herr Bögemann, Vorsitzender des Naturbeirats, darüber beklagt habe, dass die Beratungsfolge für den Antrag zu
hoch angesetzt sei. Jedoch geht es im Antrag ausschließlich darum, der Kommbio beizutreten. Die weitere Beratung der angeschlossenen Punkte soll anschließend selbstverständlich in einer sinnvollen Beratungsfolge erfolgen.

Vorlage 1095-2018, Antrag an den Rat der Stadt Hagen

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld