Lieber Rudolf Ladwig,

bezugnehmend auf Deine Kommentare vom 6.4.2018 und 11.4.2018 bei doppelwacholder.de, möchte ich Dir als Parteifreund ein paar Hinweise für Deine Richtigstellung der forschen Aussagen mit auf den Weg geben:

Dein Gedankengang, eine Gruppierung, die keinerlei Mittel Ihrer Partei beansprucht, müsse sich innerhalb Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Ihres Dasein wegen legitimieren lassen, sprich: eine Mehrheit erringen, um miteinander reden zu dürfen, gruselt schon sehr. Und dies erinnert mich mehr an die Türkei im heutigen Zustand als an eine emanzipatorische Kraft im Parteiengefüge der Bundesrepublik. Möglicherweise hast Du hier die Konsequenzen Deiner Aussage nicht bis zum Ende gedacht.

Mittlerweile hast Du im zweiten Kommentar eingeräumt, dass ein freier Zusammenschluss von Mitgliedern durch die allgemeinen Bestimmungen der Bundessatzung gedeckt seinen. Späte Einsicht, denn ein Seeheimer-Kreis ist von der SPD ist genau so wenig wegzudecken wie die Grünen Linken von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN.

Von Dir als Parteimitglied erwarte nicht mehr als den für die Kommunikation so wichtigen Respekt, den Du bereits öfter Barbara, Andreas und insbesondere Jürgen gegenüber missen ließt. Was ich nicht mehr möchte, ist, dass Du durchaus ernst gemeinte Sachpositionen unsachlich mit Vereinzelungstaktiken begegnest.
Vielleicht hilft der folgende Hinweis Dir und auch einigen anderen in unserer Partei: Wir sind vier Parteimitglieder, die gut miteinander können!

Von Dir als Vorstandsmitglied des Hagener Kreisverbandes erwarte ich Fairness gegenüber allen Mitgliedern unserer Partei. Was ich weiter von Dir erwarte ist, dass Du Satzungen liest und Deiner Möglichkeiten entsprechend auch verstehst und anwendest. Was ich von Dir nicht möchte, dass Du als eine Art Regelknecht die für Dich nützlichen Passagen heraussuchst und Dir unangenehme Gruppierungen innerhalb der Partei mit falschen Oberflächlichkeiten abtust.

Dass insbesondere Du die Parteienfinanzierung ins Spiel bringst, wundert mich noch mehr als Deine fragwürdigen Satzungsauslegungen. Nach meiner Erinnerung warst Du es, der stets darauf hinwies, dass vereinbarte Beiträge der Mandatsträger*innnen nach Erringen eines Mandats nur eine moralische Verpflichtung darstellen könne, da vor dem Grundgesetz alle Mandatsträger*innen frei wären.

Moral und Loyalität sind in meinen Augen allerdings keine Einbahnstraße. Eine Unterstützung Barbaras oder doch wenigstens eine neutrale Haltung ist vom Vorstand nie mehrheitlich eingenommen worden, obwohl ein Mitgliederbeschluss dies so bestimmt hat. Nur mal rein hypothetisch: Würde sich denn der Vorstand moralisch verpflichtet fühlen sich für Barbaras Interessen einzustehen, wenn die vor Fraktionsausschluss vereinbarten Beiträge von Barbara bezahlt würden?

Mit grün-linken Grüßen

Sebastian Kayser

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