Abgesoffen

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Wahlnachlese Bundestagswahl 2017

Das Bundestagswahlergebnis aus Sicht der Grünen ist ernsthaft betrachtet nicht schlecht, nutzt aber auch nichts. Sich von der SPD in eine schwarz-gelbe-hellgrüne-dunkelschwarze Regierung mit braunen Bremsspuren pressen zu lassen, ist verkehrt. Ausgerechnet FDP-Lindner hat dazu SPD-Schulz in der Berliner Runde genau das Richtige gesagt: Wenn Schulz eine Jamaika-Koalition bereits am Wahlabend für falsch hielte, dann müsse die SPD ihre Verantwortung wahrnehmen, alles andere wäre Eigennutz und richte sich gegen Deutschland. Die Berliner Runde war im Übrigen erfreulich lebhaft, hat allerdings die ganze Unbeholfenheit im Umgang mit der AfD, auch die der Medien, noch einmal deutlich gezeigt. Und so lange Die Linke von der CDU, CSU, FDP und weiten Teilen der SPD und auch von so manchen Grünen stigmatisiert wird, wird eine Bekämpfung der AfD nicht gelingen. Die Linke, die mittlerweile ein klassisches sozialdemokratisches Programm hat,  ist nicht das Problem sondern die Parlamentsnazis sind es. Insbesondere aus der Regierung wird man sie nicht bekämpfen können, schon gar nicht als deren kleinster Teil.

Das Grüne Ergebnis in Hagen hingegen ist katastrophal: Wir liegen wieder einmal mehr als 2 % unterm Landestrend (7,6 %, -0,4 % zur BTW 2013), zum Ergebnis auf Bundesebene sind es mehr als 3,5 % drunter. Sicherlich findet hierzu wieder einmal Christian Hubertus Wolzenburg die passenden Pauschalerklärungen. Meine Entgegnung zu diesen wohl eher unbeholfenen Erklärungsversuchen ist, dass man mit einem in die Dienstjahre gekommenen Personal vor Ort eben keine Zukunftsvisionen mehr glaubhaft machen kann. Auch die Grünen in NRW habe es bisher noch nicht geschafft die Weichen neu zu stellen; es wäre allerdings auch eine ambitionierte Herausforderung gewesen von Mai bis jetzt einschließlich Sommerpause und Bundestagswahlkampf dies hinzukriegen. Herausforderung scheint allerdings nicht der Grünen beste Freundin zu sein…

Den schlechten bzw. nicht vorhandenen Ruf der Grünen in Hagen haben dabei ausschließlich jene Gestalten zu vertreten, die einen legitimen innerparteilichen Machtkampf krampfhaft überhöht haben und mit den Konsequenzen daraus drei Jahre danach immer noch nicht umgehen können. Dabei wurden synthetische Positionen geschaffen, um künstlich persönliche Animositäten zu befördern, die gerade in den zurückliegenden Wochen inhaltlich nach und nach wieder abgeräumt wurden. Von der neuen durch die Fraktion heraufbeschworenen Unterschiedlichkeit zur einstigen Spitzenkandidatin Barbara Hanning ist nichts übrig geblieben außer einem strategisch-taktisch unterschiedlichen Vorgehen in einzelnen Punkten, bei dem die Fraktion derzeit recht hilflos aussieht. Hinzu kommen Parteiaustritte sowie ein ramponiertes Vertrauensverhältnis, das mit Mühe und Not eine Parteiklausur übersteht bis der Fraktionssprecher sich in der Öffentlichkeit äußert.

Weiter, und ebenfalls völlig überflüssig, hat der Fraktionssprecher aus Angst vor dem eigenen Tod nur wenige Wochen vor der Bundestagswahl sein Totalversagen in der Allianz aus CDU, FDP und Grünen der hiesigen Tagespresse anvertraut, eine Allianz, die FDP-Alda bereits als Blaupause für den Bundestag abfeiert.

Diesen Scherbenhaufen will der Fraktionsriechel seiner Co-Sprecherin, Nicole Pfefferer, überlassen, die dafür bekannt ist höchst ungern politische Gremien zu besuchen. Und wenn sie in diesen mal etwas sagt, dann wohl, um dem Gatten den Weg im Schuldienst zu ebnen. Es ist im Übrigen ihr intrigantes Verhalten, dass den grünen Schlamassel in Hagen begründet.

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4 Kommentare

  1. Paul

    Autoren (Autor nicht ersichtlich),

    wie bereits persönlich gestern an euch gerichtet, möchte ich nochmal auch hier es wiederholen: Das Verhalten hier als auch im letzten Plenum ist peinlich, kontraproduktiv und unfair gegenüber allen, die tatsächlich Politik machen wollen. Erst die Diskussion über Koalitionen und Gründe zu verweigern („und passt die Methode nicht“), dann doch mitreden wollen um letztendlich hier wiederholt über Fraktionssprecher/in und Geschäftsführer herzuziehen schadet KV, Fraktion und insgesamt dem Grünen Ansehen.

    Ich kann mir weiterhin keine erklärbare Begründung für euer Verhalten erklären.

    Vielleicht solltet ihr selbstreflektierend überlegen, ob ein (großer) Teil dieser 2% auf euer Konto geht, anstatt die Schuld bei Anderen zu suchen…

    Grüße von
    Paul

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    • Sebastian Kayser

      Lieber Paul,
      herzlichen Dank für Deinen Kommentar auf meinen Artikel. Dies zeigt, das unser Medium mittlerweile eine gewisse Reichweite hat, Du bist allerdings der erste, der hier kommentiert. Dass Du unser Verhalten als peinlich, kontraproduktiv und unfair betrachtest, bedaure ich sehr, es zeigt mir allerdings auch, dass Du als relativ junges Mitglied nur die halbe Wahrheit zu kennen scheinst. Unseren Teil der Wahrheit hier in einem Kommentar zum Kommentar auszuführen, würde zu weit führen. Nur so viel: eine nicht-peinliche, produktive und faire Zusammenarbeit innerhalb der Grünen Partei und der Grünen Fraktion ist nicht von unserer Seite aufgekündigt worden. Für alles weitere stehe ich Dir – ebenso wie sicher auch Barbara, Jürgen und Andreas – gerne Rede und Antwort.
      Es freut mich außerordentlich, dass Du nicht den Inhalt unsere Kritik, sondern die Art und Weise des Vortrags bemängelst. Wenn wir nicht nur von Dir, sondern auch von anderen Teilen der Strukturmehrheit im Kreisverband dieses attestiert bekämen, könnten sicherlich schnell entsprechende Konsequenzen gezogen werden, damit die Grünen in Hagen wieder kraftvoll arbeiten und zuversichtlich in die Zukunft blicken können.
      Mit der Selbstreflexion ist es immer so eine Sache, uns Grüne Linke Hagen aber für die Verluste der Grünen in Hagen verantwortlich machen zu wollen, zeugt vielleicht auch nicht unbedingt von einer diesbezüglich ausgeprägten Eigenschaft Deinerseits… Sei’s drum – wichtig ist erst einmal, dass wir ins Gespräch kommen, schon allein dafür hat sich der Artikel gelohnt.
      Herzliche Grüße
      Sebastian

      Antworten
      • Paul

        Hallo Sebastian,

        danke für deine Antwort.

        Die Reichweite kann ich nicht einschätzen, ich kenne die Seite natürlich schon länger und distanziere mich vom hiesigen Sprachgebrauch, welcher gegen Parteifreunde an dieser Stelle öffentlich angewandt wird. Und genau dieser ist es, welche meine Meinung bzgl. des Stimmenverlustes untermauert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Partei, die sich öffentlich intern auf diesem sprachlichen Niveau selbst diffamiert, einen positiven Effekt haben kann (Fraktionsriechel, Wolzenburgische irgendwas…), bist du da anderer Meinung?
        Wenn Kritik, dann sachlich auf sprachlichen Niveau unserer Partei entsprechend.

        Viele Grüße
        Paul